Bei Smutje zu Gast – Kochen und Essen auf der Windsbraut
Das hört sich wenig spektakulär an – ist aber spektakulär, wenn man letztendlich das herausgekommene Menü betrachtet.
Die Windsbraut wurde 1911 als Frachtewer gebaut und wird heute für Gruppenreisen bis zu 17 Personen eingesetzt. Nun lag die Windsbraut im Rahmen der Veranstaltung „Kurs Föhr“ im Hafen von Wyk und wir entschlossen uns, kein opulentes Abendessen einzunehmen, sondern eben bei Smutje zu Gast zu sein.


Nun, es war gar nicht so schlimm. Je weiter wir den vorhandenen Lebensmitteln auf den Leib rückten, umso kreativer wurden wir. Zum Nachtisch sollte es Quark mit Früchten geben. Zwei recht erfinderische Damen raubten ein Paket Quark und begannen, einen Tsaziki vorzubereiten. Wo war der Knoblauch? Es gab keinen. Schon musste der Bootsmann los, um eine Knolle Knoblauch zu besorgen. Puh, das klappte noch gerade rechtzeitig, denn die Kartoffeln standen bereits auf dem Gasofen, der Salat war fast fertig und der Fisch konnte bemehlt in die überdimensionalen Pfannen gelegt werden. Der Tisch wurde gedeckt und es sah alles ganz manierlich aus.

Fischfilet, teils mit Mehl paniert teils auch nur einfach gewürzt
dazu Rotkohl (kein Scherz)
Salzkartoffeln mit etwas weniger Salz, da man bei dem Riesentopf die Salzmenge nicht abschätzen konnte
Tsaziki (auch kein Scherz)
Salat mit Paprika, Tomaten, Petersilie, Schnittlauch und Salatsoße
Zum Nachtisch Quarkspeise mit Aprikosen, Mandarinen – natürlich mit Sahne verfeinert.
Genial. Es hat super geschmeckt und wir waren alle mehr als satt. Ein bisschen Seefahrerromantik?

Nach drei Stunden waren wir nicht nur fix und fertig, sondern auch noch satt und mussten – oh Schreck, es war Ebbe – von der Windsbraut. Es gab zwei Alternativen: Vom Boot über die Leiter nach oben – aber die Leiter war weit weg. Oder – was für meinen Mann wohl noch schrecklicher war – in einem kleinen Beiboot an Land zu fahren. Und das, obwohl sein Slogan ist: Niemals in ein Boot steigen, welches kürzer als 120 Meter ist.
Seemannsgarn? Nein – er hat es geschafft. Und wir überlegen, mal einen Segeltörn mit der Windsbraut zu machen. Der Kapitän und die Besatzung waren einfach hervorragend und mit ganzem Herz und viel Seele bei der Sache.
Work-Life-Balance? Ja – ein besseres Ausspannen kann es gar nicht geben.

Saubere Kombüse

Seefahrerromantik?

Tschüss - du schöner Tag!