Monique Lhoir ... Geschichten, Meer und noch mehr
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Roseburg

     Auf den Spuren der alten Salzstraße können wir von Siebeneichen entweder über die Kanalstraße nach Roseburg gelangen, oder wir nehmen einen klei-nen Waldweg, der meiner Meinung wesentlich roman-tischer ist. Schön ist auch der Weg direkt neben dem Elbe-Lübeck-Kanal, sowohl per Rad als auch zu Fuß.

     Roseburg wurde Ratzeburger Zehntregister von 1230 als „Rosborch“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Name könnte niederdeutsch entweder „Burg“ oder „Borch“ und „Rosch, Rusch“ bedeuten oder aufgrund slawischen Ursprungs als „Rozbof“ oder „Rosbor“, was so viel wie „Gut des Zerstörers“ bedeutet. Mir gefällt meine Interpretation in der nachfolgenden Geschichte besser.

     Im Jahre 1230 gehörte Roseburg zum Kirchspiel Siebeneichen. Roseburg ist wahrscheinlich um etwa 1150 als deutsche Siedlung entstanden. Slawische Ke-ramiken, die in der Nähe des Dorfes gefunden wurden, weisen auf einen älteren Siedlungsplatz hin. Waldreiche Gebiete laden zu Spaziergängen und der nahe gelegene Elbe-Lübeck-Kanal zum Radwandern ein.

     Der Ort Roseburg gehört zum Adligen Gut Wotersen, auch Schloss Wotersen genannt. Ein Abstecher dorthin ist sehr lohnenswert. Wotersen wurde bekannt, weil dort die ZDF-Serie „Das Erbe der Guldenburgs“ gedreht wurde. Heute ist es Veranstal-tungsort für Konzerte des Schleswig-Holstein-Musik-festivals, aber auch Antiquitätenmessen, Weihnachts-märkte und vieles mehr finden in Wotersen statt.

     Das Gut Wotersen war über fast dreihundert Jahre im Besitz der adligen Familie von Bernstorff. Ein Dorf Wotartze wird bereits im Ratzeburger Zehnregister im Jahre 1230 erwähnt.

     Im Jahre 1717 erwarb Andreas Gottlieb Freiherr von Bernstorff (1649-1726) das Gut zusammen mit den um-liegenden Höfen. Er war einer der einflussreichsten Po-litiker am celleschen und am hannoverschen Hof. Unter dem englischen König Georg I. war er politisch aktiv.

     Sein Enkel, Johann Hartwig Ernst Graf von Berns-torff (1712-1772), erbte das Gut. Er war ein einflussrei-cher dänischer Minister. Der Dänische König Friedrich V. beförderte ihn im Jahre 1749 zum Geheimen Rat. Nach dem Tod des Königs im Jahre 1766 wurde sein Sohn Christian VII. kurz vor seinem 17. Geburtstag zum König gekrönt. Zunächst führte der Geheime Rat unter Leitung von Johann Hartwig Ernst Graf von Bernstorff die Regierungsgeschäfte weiter. Einige Monate später heiratete der junge König am 8. November 1766 seine fünfzehnjährige Cousine Caroline Mathilde von Groß-britannien. Sie war die Schwester des englischen Königs Georg III.

     Der junge König Christian galt als unberechenbar, wahnsinnig und neigte überdies zu epileptischen An-fällen. Auf einer Europareise wurde ihm der aus Altona stammende Arzt Johann Friedrich Struensee als Reise-arzt zugeteilt. Der Arzt gewann mehr und mehr das Vertrauen des Königs –wohl auch der jungen Königin - und veranlasste im Jahre 1770 den König, Johann Hartwig Ernst Graf von Bernstorff zu entlassen. Wenig später, nachdem die Krankheit des Königs weiter fort-schritt, erhielt Struensee Generalvollmacht und konnte statt des Königs unterschreiben – er war damit quasi Alleinherrscher.

     Struensee führte erhebliche neue Reformen ein, die dem Adel nicht passten, da deren Rechte eingeschränkt wurden. Im Januar des Jahres 1772 wurde Struensee im Rahmen eines Maskenballs von einer von der Stiefmut-ter des Königs initiierten Intrige verhaftet, denn Struensee hatte die Königinwitwe fast gänzlich vom Hof ausgeschlossen. Auch die junge Königin Caroline Mathilde verhaftete man, denn sie soll ein Verhältnis mit Struensee, das wahrscheinlich vom König selbst initiiert worden war, gehabt haben.

     Am 25. April 1772 wurde Struensee zum Tode ver-urteil, am 28. April 1772 geköpft, gevierteilt und auf das Rad geflochten.

     Die Ehe mit dem König wurde geschieden, die junge Königin Caroline Mathilde nach Celle verbannt. Im Jahr 1775 starb sie erst vierundzwanzigjährig in Celle.

Graf Bernsdorff kehrte nach Gut Wotersen zurück. Das Gutshaus hatte er in den Jahren 1739 bis 1765 um und ausbauen lassen. Er starb im Februar 1772 in Wotersen und bekam folglich die Hinrichtung Struensees nicht mehr mit.

     Der unter ihm geplante Garten wurde nicht mehr umgesetzt, der Innenausbau erst Mitte des 19. Jahrhun-derts, als das Gut ein Urgroßneffen der von Bernstorffs dauerhaft bewohnte, fertiggestellt. Dieser ließ den Ba-rockgarten in einen Landschaftspark umgestalten und modernisierte die Wirtschaftsgebäude des Guts.

 

     Ein interessanter Film ist hierzu „Die Königin und der Leibarzt“.

 

     Ist man schon in Roseburg, so ist ein Abstecher nach Güster sehr lohnenswert.

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