Monique Lhoir - Autorin und Lektorin in Tespe-Bütlingen ... Geschichten, Meer und noch mehr
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Obstbaumblüte im Alten Land

Es hört sich nicht besonders spektakulär an, das Alte Land. Es ist auch nicht besonders spektakulär, wenn man unberücksichtigt lässt, dass sich auf ca. 10.700 Hektar das größte geschlossene nordeuro-päische Obstanbaugebiet befindet. Und wir wollten uns die Blüten tausender Äpfel-, Kirsch- und Birn-bäume ansehen. Und das war schon recht spekta-kulär.
Zuerst bekamen wir im Hotel und Restaurant Altes Land in Jork ein fürstliches Mittagessen serviert. Wir hatten uns für Matjes mit Sahne-Apfel-Soße ent-schieden. Es war köstlich. Zum krönenden Ab-schluss wurde ein großer Eisbecher serviert. Das Restaurant ist besonders zu empfehlen. Auch die Inneneinrichtung ist etwas fürs Auge.

Jork ist nicht sehr groß, verfügt aber über liebevoll gepflegte Fachwerkhäuser, die viel Atmosphäre ausstrahlten.

Anschließend führte uns deine Reiseleiterin in altländischer Tracht durch das Alte Land, das lediglich den Bereich der Gemeinde Jork, der Samtgemeinde Lühe und den neu Wulmstorfer Ortsteil Rübke in Niedersachsen sowie die Ham-burger Stadtteile Neuenfelde, Cranz und Fran-cop umfasst. Nicht zu vergessen, dass es zur Elbmarsch südlich der Elbe in Niedersachsen und Hamburg gehört. Im Grunde genommen liegt es schräg gegenüber von Schiffsbegrü-ßungsanlage Willkomm-Höft und wäre mit einer Fähre schnell zu erreichen gewesen. Stattdessen fuhren wir zwei Stunden durch einen katastro-phalen Hamburger Verkehr, um Jork zu erreichen. Kaum zu glauben, aber wahr.
Die Reiseleiterin erklärte ausführlich den Obst-anbau, aber zeigte uns ebenfalls kleine liebens-werte Orte, wie zum Beispiel Mittelnkirchen, Grünendeich und Lühe, in denen sich wundervolle Fachwerkhäuser befanden. In Steinkirchen machten wir einen Stop und besichtigten die Kirche, die auf einer Wurf gebaut war.

Nachdem wir die Reiseleiterin wieder in Jork ab-setzten, fuhren wir nach Buxtehude. Hier hatten wir zwei Stunden freie Zeit zur Verfügung, um den alten Stadtkern der Hansestadt zu bewun-dern. Buxtehude ist eine niedliche Kleinstadt, die allerdings alles vorhält, was für einen entspann-ten Einkaufsbummel notwendig ist. Ausnehmend gut gefielen mir die kleinen Straßen Westfleth und Ostfleth, die viel Gastronomie zu bieten hatten und bei lauen Sommernächten mit ihren Außenrestaurants und Kneipen südländisch anmuteten. 
Auf dem Rückweg fuhren wir über die Köhlbrand-brücke zurück nach Hamburg. Um überhaupt dahin zu kommen, benötigten wir schon fast zwei Stunden. Einen derartigen Verkehr – die A1 war komplett zu – hatte ich selten gesehen. Weiter ging es durch die von der Hamburger Politik vielgepriesene HafenCity. Wenn ich ehrlich sein soll, ich finde die Gebäude fürchterlich. Hoch und eng gebaut, sodass kaum ein Sonnenstrahl auf die Straße trifft. Leben kann man meiner Meinung nur dort, wenn man eine Wohnung im obersten Stockwerk besitzt. Aber dafür müsste ich mehrere Millionen Euro gewinnen.
Alles in allem war dies ein sehr gelungener Tagesausflug. Das unspektakuläre Alte Land würde sich hervorragend für einen ruhigen und erholsamen Urlaub eignen. Vorausgesetzt, man ist gut zu Fuß oder gut per Rad. Dann kann dem nichts mehr im Wege stehe. Schönes Gebiet – das Alte Land.

Termin 26. Mai 2019

Tag des offenen Ateliers in der Elbmarsch

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Christine Konstantinidis

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