Monique Lhoir - Autorin und Lektorin in Tespe-Bütlingen ... Geschichten, Meer und noch mehr
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Grünkohlschlemmen in Behringen/Lüneburger Heide

Heide-by_Männe_pixelio.de

Heute ging es nach Behringen. Vorher hatte ich noch nie davon gehört, aber der Ort lag in der Lüneburger Heide.
Also nahmen wir um 8:19 Uhr den Bütlinger Abenteuerbus nach Hamburg-Bergedorf und hofften, dass er pünktlich ankam, weil der Bus von Reisering um 9:15 Uhr startete.
Es klappte. Wir waren gerade vom ZOP Bergedorf am Haltepunkt von Reisering angelangt, als der Bus auch schon kam. Anschließend fuhren wir zum ZOB Hamburg und luden die restlichen Reisegäste ein.
Im Grunde genommen war es Quatsch, eine Tagestour mit einem Busunternehmen nach Behringen zu planen. Der Ort liegt knapp sechzig Kilometer von uns entfernt. Aber ich erhoffte mir neben der Grünkohlschlemmerei viele Information über die Lüneburger Heide.

Grünkohl_by_siepmannH_pixelio.de

Der Busfahrer fuhr mit uns von Hamburg auf die A7 und bereits in Garlsdorf wieder ab. Von hier aus unternahm er mit uns eine kleine Rundreise über Landstraßen in Richtung Beringen. Natürlich gab es keine Heide-Blüte, denn es war Anfang Februar. Pünktlich um halb zwölf kamen wir zum Grünkohl-schlemmen am AKZENT-Hotel und Restaurand „Zur grünen Eiche“ an. Hier wurden wir erwartet. Wir hatten den Grünkohl mit Bregenwurst bestellt. Früher wurde der Bregenwurst Hirn (plattdeutsch: Bregen) zugegeben. Heute darf Hirn nicht mehr verarbeitet werden. Somit besteht die Wurst aus leicht geräucherter Mettwurst aus magerem Schweinefleisch, Schweinebauch, Zwiebeln, Salz und Pfeffer. Ich halte diese für bekömmlicher als zum Beispiel Mettenden oder Kohlwurst.
Der Grünkohl war hervorragend und zart. Dazu gab es Kasseler und Bratkartoffeln. Anschließend Eis mit Sahne und leckerer roten Grütze. Alles zusammen hätte wir einen ausgiebigen Mittagschlaf gereicht. Doch nun ging die Führung durch die Lüneburger Heide los.

Zuerst fuhren wir nach Schneverdingen. Dort legten wir einen Stop an der Eine-Welt-Kirche ein. Sie entstand 1999 im Rahmen der Expo 2000 in Holzbauweise. Sehenswert ist der Eine-Erde-Altar, der inzwischen um die sechstausend verschiedene Erden enthält. Geplant sind sie-bentausend verschiedene Erden.
Danach fuhren wir zum Heidegarten, blieben allerdings im Bus, weil ja bekanntlich im Februar nichts blüht. Ich bin davon überzeugt, dass es sich im Sommer lohnt, hierfür einen längeren Aufenthalt einzuplanen.

Bad Bütlingen im Schnee

Von da aus ging es in das Landschaftsgebiet Camp Reinsehlen. Das Gelände war einmal Militärflug-platz, Flüchtlingslager und auch Truppenübungs-platz. Bekannt ist es jetzt durch die größte zusam-menhängende Sandmagerrasenfläche Norddeutsch-lands mit einer artenreichen Flora und Fauna. Tatsächlich kann man in diesem Gebiet übernach-ten. Ein unglaublicher Erholungswert. Heißt übri-gens auch Posemuckel. Im wahrsten Sinne des Wortes waren wir hier in Posemuckel.
Bei diesem Anblick fiel mir ein, dass man sicherlich auch Entspannung in Bad Bütlingen anbieten könnte. Der Metzensee eignet sich dafür hervorragend.
Lustig sind die von Jeppe Heins aufgestellten Kunstobjekte. An markanten Punkten hat er dreizehn unterschiedlich gestaltete Objekte platziert, die an Parkbänke erinnern – aber wirklich nur erinnern. Jede Bank ist auf eine andere Weise ver-fremdet und fordert zum Nachdenken und zum Dialog auf. Ob schlussendlich Kunst oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Lustig anzusehen sind sie jedenfalls.
Zum Abschluss fuhren wir nach Bispingen. Hier konnten wir den Snow Dome, Ralf Schumachers Motodrom und das verrückte Haus bewundern, das auf dem Kopf steht. Gegenüber liegt das Labyrinth. Alles in allem also ein reiner Vergnügungs-park. Mit Kindern wohl lohnenswert. 
Nun ging es zurück zum Hotel. Hier warteten bereits der Kaffee und das Kuchen-Buffet. Alles reichlich. Ehrlich gesagt, hätten wir den Kuchen nicht mehr benötigt, aber viel Kaffee, denn die Grünkohlschlemmerei hatte enorm durstig gemacht. Aber bei dem Anblick des leckeren Kuchens konnte wir nicht widerstehen. Und der war sehr gut.

Gegen halb fünf fuhren wir wieder nach Hamburg. Der Verkehr floss erstaunlich gut, nur stadtauswärts gab es Stau. Diesen Stau bekamen wir natürlich mit, als wir von Hamburg Hauptbahnhof nach Hamburg-Bergedorf mussten. Wie gut, dass ich mir beruflich bedingt diese Tortur (Folter) nicht mehr antun muss. Bereits vor zwanzig Jahre, als ich nach Hamburg zog, war ich entsetzt über die Straßenverhältnisse, Verkehrsführungen, Baustellen, mangelnde Straßenschilder, unklare Richtungs-anzeigen, etc. 
Es ist noch viel schlimmer geworden – unbeschreiblich - und sicherlich kein Aus-hängeschild für die jeweils amtierenden Politiker. Ich war froh, als ich wieder mit dem Bütlinger Abenteuer-Bus in Bad Bütlingen anlangte. Welch eine erholsame Ruhe.

Termin 26. Mai 2019

Tag des offenen Ateliers in der Elbmarsch

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