Monique Lhoir (Monika Pallasch) Autorin in Tespe-Bütlingen ... Geschichten, Meer und noch mehr
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Protagonisten

Kater Paulchen

Nun hört mir zu“, begann Paulchen und stellte sich in die Mitte. Die anderen versammelten sich um ihn herum. „Es ist nicht das erste Mal, dass die Menschen in ihren Autos eine oder einen von uns umbringen. Sie morden, ohne mit der Wimper zu zucken. Gestern war es Elli, in der vorigen Woche eine Kitte von „Auf dem Kamp“, vor vierzehn Tagen der alte Manny, der bei Herrn Wunderlich im „Grünen Jäger“ wohnte. Vor fünf Jahren war es eines unserer Kinder, kaum geboren. Dazwischen ließen unzählige andere unserer Artge-nossen ihr Leben auf der Bütlinger Straße.“ Paulchen legte zärtlich eine Pfote um Tilly’s Hals.

 

 

Tilly - Paulchens Liebe 

„Willkommen im neuen Zuhause“, sagte Frau Malzahn. „In ein paar Stunden bist du wieder fit. Schlaf dich erst mal aus.“

Tilly schmiegte sich an Paulchen. Er spürte ihren warmen, weichen Körper. Sie leckte ihm das Fell, legte ein Pfötchen über seinen Hals. „Weißt du“, erklärte sie liebevoll, „sie haben uns kastriert. Jetzt können wir keine Kinder mehr bekommen, aber dafür dürfen wir ab sofort für immer zusammenbleiben.“ Tilly trug immer noch ihren modernen Trichterhut. Er störte ein bisschen.

 

 

Marcie, Homers Liebste

Paulchen vertrieb seine trüben Gedanken, reckte sich und streckte die Hinterpfoten aus. Marcie kam gerade zur Tür herein und legte sich traurig neben Paulchen. Marcie blieb nie lange draußen und heute erst recht nicht.

„Warum Elli?“, fragte Marcie ihn leise. „Ich vermisse meine Schwester so sehr.“

„Warum all die vielen anderen?“, erwiderte Paulchen und legte tröstend ein Pfötchen um ihre Schulter. „Es muss dringend etwas geschehen. Es ist an der Zeit, dass wir aktiv werden“, erklärte er entschlossen.

 

 

 

Kater Homer

„Dein Bezirk liegt zwischen „Im Rehmen inklusive Feldstraße, Ortsweg, „Auf dem Kamp“ bis hin zu dem neugebauten Hof gegenüber von Ahlers. Nur bis dahin. Grenze gilt auch für dich die Bütlinger Straße, keine Überquerung.“

„Das ist ein einfacher Bereich“, warf Momo nör-gelnd ein.

„Da täuscht du dich gewaltig“, meldete sich Kowalski. „In diesem Sektor befinden sich die meisten Bauernhöfe, wohnen die alten Bütlinger oder die-jenigen, die meinen, dass sie welche wären. Der über-wiegende Teil von ihnen ist sich nicht grün. Streit und Neid herrschen vor, abgesehen von Gerede und Ge-tratsche. Schlimmer als in den Revieren der Streu-nerkatzen. Homer wird mit größter Vorsicht vorgehen müssen.“

 

 

Kater Momo

„Klaro“, lenkte Momo ein. „Schönes Gebiet mit Fischhändler.“ Er schleckte sich das Mäulchen.

„Du nimmst Jule auf den Streifzügen mit“, erläu-terte Paulchen weiter. „Dort befinden sich das Neu-baugebiet und einige alte Häuser. Relativ ungefährlich und Jule kann Kontakt mit den Hauskatzen und den Bewohnern knüpfen.“

„Dann üb schon mal Augenaufschlag“, meinte Momo, grinste und tatschte Jule auf den Rücken.

"Du passt auf Jule auf. Verstanden?", ermahnte Paulchen seinen Sohn.

 

 

Katze Jule

„Ich trau mich nicht“, erwiderte sie verhalten. „Was kann ich denn schon gegen diese Welt ausrichten? Ich bin froh, dass ich bei Frau Malzahn lebe und nicht über die Bütlinger Straße muss.“

„Brauchst du nicht“, antworte Kowalski gönnerhaft. „Du bist so hübsch und niedlich. Mit deinem schönen Augenaufschlag kannst du dich bei den Menschen und deren Katern einschmeicheln. Jule, die Mata Hari der Katzen“, schwärmte Kowalski.

„Kowalski, komm auf den Boden zurück und bleib bei der Sache.“ Paulchen schüttelte den Kopf.

„Alles klar, Chef.“ Kowalski funkelte Paulchen an. „Gönnst aber auch wirklich niemandem etwas Spaß.“

"Ist ja schon gut." Jule schlich zum Hügel. "Ich mache mit."

Kater Rasputin

„Dann bleiben die Domänen jenseits der Bütlinger Straße übrig“, stellte Rasputin sachlich fest.

„So sieht es aus.“ Paulchen blickte Kowalski und Rasputin eindringlich an. „Ihr seid die erfahrensten Haudegen, die schon so manchen Kampf gewonnen haben. Wer will welches Gebiet übernehmen?“

„Jawohl, Chef. Ich melde mich freiwillig für den Bezirk ab Bütlinger Straße bis zur Bergstraße. Grenze Neuer Weg.“ Rasputin grinste hinterlistig. „Dort habe ich noch mit einigen Bewohnern ein Hühnchen zu rupfen.“

„Das habe ich mir fast gedacht“, bestätigte Paulchen. „Aber pass auf, dass dich da niemand erwischt.“

 

 

Kater Kowalski

Paulchen richtete sein Wort an Kowalski. „Somit bist du verantwortlich für die Sektion Neuer Weg bis hin zum Metzensee. Viel Freiland aber ebenfalls sehr gefährlich. Man weiß nie genau, wer einem dort über den Weg läuft oder wild um sich schießt.“

Kowalski nickte. „Ich kenne mich in dem Revier aus.“

Paulchen wandte sich an Tilly. "Wir beide über-nehmen gemeinsam den Bereich am Metzensee. Das klingt ungefährlich, ist es aber nicht. Auch wir müsse täglich die Bütlinger Straße überqueren.

 

 

 

Katze Tante Käthe

„Tante Käthe übernimmt, wie gesagt, die Position der Kundschafterin. Ihre Aufgabe besteht darin, am Tage vor dem Haus die dort fahrenden Autos und die darinsitzenden Menschen zu beobachten. Ferner muss sie sich die Farben, Modelle und Kennzeichen merken.“

Tante Käthe nickte. „Das schaffe ich leicht. Das habe ich oft gemacht, wenn ich mich auf der Treppe in der Sonne langweilte.“

Momo kicherte. "Tante Käthe ist eine Art Blitzer für Schnellfahrer. Sie schrebit Knöllchen und der Erste Samtgemeinderat aus der Elbmarsch freut sich, wenn er sich das Geld in die Tasche stecken kann."

"Reiß dich zusammen", unterbrach Paulchen seinen vorwitzigen Sohn.

 

 

 

Frau Malzahn

„Na, Tante Käthe, willst du nicht reinkommen?“ Frau Malzahn bückte sich und streichelte ihr übers Fell. „Die anderen ruhen alle. Merkwürdig.“

Tante Käthe schnurrte, bewegte sich aber nicht. "Ich gehe jetzt einkaufen", sagte Frau Malzahn. "Ist kaum noch Katzenfutter da. Ihr fresst mir die Haare vom Kopf." Frau Malzahn wurde traurig. "Ach ja, nun habe ich eine Katze weniger zu versorgen. Unsere arme Elli."

Frau Malzahn ging müde und gebeugt zu ihrem Auto, stieg ein und rollte langsam die Auffahrt hinunter.

 

 

 

 

Frau Tonia

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