Monique Lhoir ... Geschichten, Meer und noch mehr
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Münch's hausen in Geesthacht, denn Till's Eulen spiegeln verkehrt

3. Zugabe: Garagen

     „Was soll dieser Makler überhaupt?“, fragte ich wei-ter. „Wenn die Vonovia beziehungsweise die Annington einen Fehler gemacht hat, erwarte ich, dass dieser Ver-ein den Fehler in Ordnung bringt. Außerdem: Wie kann man einfach einen nicht einmal unterschriebenen DIN-A-5-Zettel an Garagen kleben, wenn es so wichtig ist.“ Ich wurde langsam wütend, je mehr ich das Ausmaß dieses Schildburgerstreiches der Annington/Vonovia durchdachte. Hinter den Verkäufen lagen notariell be-urkundete Kaufverträge, Einträge im Grundbuchamt und noch vieles mehr, denn einige Leute hatten ihre Garagen, die jetzt gar nicht ihre Garagen waren, zum Beispiel mit elektrischen Türöffner ausgestattet. Ich hatte für die Scherze der Annington/Vonovia wirklich keine Zeit, denn zeitraubenden Ärger bereitete dieses Unternehmen mir in den letzten zehn Jahren wahrlich genügend.

     Kurzentschlossen schrieb ich eine Mail an das Mak-ler-Büro auf: „Sehr geehrte Damen und Herren, zuerst darf ich bemerken, dass Ihr an die Garagen gepinnter Wischi-Waschi-Zettel an Unverschämtheit grenzt wenn nicht gar überschreitet (zudem ohne Unterschrift), denn Sie hätten die Adressen der Garageneigentümer über die Annington/Vonovia erfahren und uns direkt anschreiben können.

     Zum zweiten weiß ich nicht, warum ich einen Termin mit einem Makler-Büro wahrnehmen sollte, denn ich will meine Garage nicht verkaufen, auch wenn – wie Sie in der unteren Mail ersehen können – es sich hier offenbar um einen Fehler (spiegelverkehrte Aufzeich-nungen) der Annington/Vonovia bzw. im Weiteren um einen Fehler der Bauaufsicht der Stadt Geesthacht han-delt. Ich besitze in meinen Verkaufsunterlagen einen Plan, in dem diese Nummerierung gar nicht vorhanden ist und – wie ich bemerkte – die momentane Numme-rierung bereits seit sechzehn Jahren besteht. So ist es Aufgabe der Annington/Vonovia beziehungsweise des Bauamtes sich um die Klärung dieses Problems zu kümmern und damit nicht die Eigentümer zu beläs-tigen. Wenn wir den Termin am Mittwoch aus berufli-chen Gründen nicht schaffen sollten, können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen.“

     Ich war auf eine Antwort gespannt. Vielleicht war die Angelegenheit tatsächlich nicht ganz legitim und der Makler wollte uns ein Kaufangebot machen, wie unser Nachbar annahm. Oder die Garagen sollten abgerissen werden, um ein Wohngebäude darauf zu errichten, wie es die neueste Politik der Annington/Vonovia war. Zu-zutrauen wäre dem Unternehmen alles.

     Es dauerte nur wenige Minuten, da bekam ich be-reits eine Antwort: „Ihr aggressives Verhalten und Auf-treten uns gegenüber können wir in keiner Weise nach-vollziehen. Auch nicht, welcher Art unsere Kurzmittei-lung und Bitte, sich mit uns telefonisch in Verbindung zu setzen, unverschämt sein sollte? Sie werden aber für Ihr Verhalten sicherlich Gründe haben. Hätten Sie sich telefonisch bei uns gemeldet, hätte der Sachverhalt schnell aufgeklärt werden können und wir hätten Ihnen kurzerhand erklärt, warum Sie mit einem Makler-Büro einen Termin machen sollten. Denn - auch wenn Sie es nicht für möglich halten sollten - wir wurden in dieser Angelegenheit von der Eigentümerin persönlich beauf-tragt die Angelegenheit vor Ort zu klären. Tatsache ist - und dies haben Sie ja offenbar schon selbst vor Ort fest-gestellt, dass Sie eine andere Garage nutzen als die, die Sie erworben haben - laut Teilungserklärung. Eigen-tümer der von Ihnen genutzten Garage ist nun mal die Deutsche Annington. Ich gebe gerne Ihre Mail an die Eigentümerin weiter, ich gehe davon aus, dass sich dortigerseits dann jemand mit Ihnen in Verbindung setzen wird. Richtig ist, dass wir am Mittwoch um 17.00 Uhr einen vor Ort Termin haben - gerne können Sie dazu kommen, allerdings nur in angemessener Form.“

     „War ich aggressiv?“, fragte ich meinen Mann und zeigte ihm die E-Mail. „Was bildet sich diese Makler-Agentur ein? Auch wenn wir eine Wohnung mitsamt Garage von der Annington/Vonovia gekauft haben, so kann er uns nicht wie Abschaum behandeln. Er hat es hier nicht mit Vonovia-Mietern, sondern mit Eigentü-mern der Garagen zu tun.“ Ich wurde langsam sauer. „Diese Agentur arbeitet nicht nur kriminell, sondern ist zusätzlich unverschämt und ausgesprochen frech. Was ist überhaupt eine angemessene Form? Soll ich im Abendkleid und du im Smoking mit Krawatte oder Fliege erscheinen?“, und ich schrieb kurz zurück: „Reichen Sie meine E-Mail weiter. Danke.“

Prompte Antwort: „Dies ist bereits geschehen, da wir uns keinerlei Schuld in irgendeiner Form bewusst sind.“

 

Fortsetzung

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