Monique Lhoir ... Geschichten, Meer und noch mehr
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4. Akt: Der Bauschrott

     Ich setzte mich frustriert auf einen vergessenen mit Farbe beschmierten Hocker und blickte meinen zwan-zigjährigen Sohn an. „Ich habe das dumpfe Gefühl, dass es Monate dauern wird, bis wir diese Schrottbude eini-germaßen wohnlich gestaltet haben.“ Er sah auch nicht gerade glücklich aus, wohlweißlich wissend, was für eine Arbeit auf ihn zukam.

     Mir standen die Haare zu Berge, zumal die Wohnung in Hamburg in einem absolut sanierten, renovierten und gemütlichen Zustand war. Inzwischen war ich kei-nesfalls entschlossen, meinen Wohnort von Hamburg nach Geesthacht zu verlegen, eher neigte ich dazu, die-sen Bauschrott wieder loszuwerden.

     Hätte ich mehr Zeit zwischen erster Besichtigung und Kaufvertrag zugesprochen bekommen, ich hätte diese ziemlich runtergekommene Immobilie nicht ge-kauft. Auch erschien mir das Umfeld keinesfalls ver-trauenswürdig. Ich ärgerte mich darüber, dass ich auf-grund des Vorweihnachtsstresses und der Hartnäckig-keit des Herrn Wende nicht auf mehr Bedenkzeit be-standen hatte.

     Der Eindruck im Januar 2005 war allerdings nur der erste Eindruck – und der war schlimm genug. Es sollte nicht der letzte bleiben, denn was in den nächsten Jah-ren auf uns zukam – und tatsächlich nach inzwischen zwölf Jahren immer noch kein Ende nimmt – war und ist schlichtweg unzumutbar. Ich hatte definitiv Bau-schrott zu überteuerten Konditionen gekauft.

     Heute, nach fast zwölf Jahren Deutsche Annington beziehungsweise Vonovia würde ich allen Mietern und Käufern von Vonovia-Immobilien dringendst ans Herz legen, sich vor Vertragsabschluss ausführlich bei der Nachbarschaft über Geschäftsgebaren dieser Gesell-schaft, über Probleme mit deren Mitarbeitern, über Schimmel und Sanierungsstau einzuholen. Hätte ich dies zum damaligen Zeitpunkt getan, hätte ich sehr rasch festgestellt, dass die Annington ihre Wohnungen verkommen lässt, kaum Sanierungen vornimmt und – um sich offenbar selbst zu sanieren –diesen Bauschrott schlichtweg unsaniert verkauft beziehungsweise ver-mietet. Deshalb erfuhr ich zum Beispiel erst einige Monate später, dass mein Vormieter bereits seit vielen Jahren ständig Schimmelprobleme hatte, an denen nach ständigen Mängelreklamationen nichts geändert wurde. Dieser Schimmel wurde nach Aussage unserer Nachbarin lediglich vor dem Verkauf der Immobilie mit Grundierung übergestrichen, damit dieser Mangel den po-tentiellen Käufern bei der Immobilienbesichti-gung nicht sofort ins Auge sticht - ein sogenann-ter Verkaufsanstrich. Also ein versteckter und nicht dargelegter Mangel, der weder grundle-gend beseitigt noch erwähnt wurde. Das ist Hin-terhältigkeit und eindeutig betrügerisches Geschäfts-gebaren und sicherlich nicht die Art eines hanseatischen Kaufmanns.

     Besser ist es jedoch, vor dem Kauf auf alle Fälle einen Sachverständigen einzuschalten, der das Objekt genau prüft. 

     Mir wurde sehr schnell klar, wer an diesem faulen Geschäft gewonnen hatte: Die Seelenfänger, die sicher-lich eine dicke Provision bezüglich des erfolgreichen Verkaufs einsteckten, die Finanzierer, die auf vielfache Art Gewinne einstreichen konnten: Hypothekenzinsen, Versicherungsprovisionen und langfristige Verwaltung meines Gehaltskonto. Und natürlich die Annington als Betrüger, die Schrott für viel Geld verkaufte, um sich so vor ihren Sanierungsverpflichtungen zu drücken.

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