Monique Lhoir ... Geschichten, Meer und noch mehr
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5. Akt: Ewige Baustelle

Sommer 2005

     „Kommt ihr langsam mit eurer neuen Immobilie vor-an?“, fragte meine Kollegin und sah mich mitleidig an.

     „Nicht wirklich“, ab ich zur Antwort. „Normalerweise müsste diese Wohnung von Grund auf durch Fach-handwerkern saniert werden. Was mir gerade machen sind Ausbesserungen von Uraltbeständen und der zag-hafte Versuch, aus einer heruntergewirtschafteten Im-mobilie eine Wohnung zu machen, in der man vielleicht irgendwann leben kann.“ Ich seufzte. Im Winter hatte ich meinen Jahresurlaub genommen, um gemeinsam mit meinem Sohn die Wohnung soweit herzurichten, dass wir einen Umzug wagen konnten. Nun war ich mehr als urlaubsreif, hatte aber keinen freien Tag mehr.

     „Du siehst ziemlich müde aus“, stellte meine Kolle-gin fest. „Lass dich mal ein paar Tage krankschreiben.“

     „Mache ich nicht“, erwiderte ich. „Früher oder später wird es hoffentlich besser werden.“ Zu diesem Zeit-punkt wusste ich allerdings nicht, dass ich im Winter 2016 mit dieser Immobilie, nach einer von Fachhand-werkern im Januar 2010 erneuten kompletten Grund-sanierung, wieder ganz am Anfang ankommen würde und abermals eine Grundsanierung vornehmen lassen musste, weil von außen nichts gemacht wurde und da-durch innen schleichend aber beharrlich alles durch Schimmelbildung verrottete.

     „Wie weit seid ihr denn jetzt?“, fragte sie weiter.

     „In allen Räumen haben wir Laminat verlegt, da der Estrich nicht eben ist. Die Küche ist eingebaut. Die Wände haben wir nur gestrichen, trotzdem sehen sie schrecklich aus. Normalerweise müsste ein Malerfach-betrieb sämtliche in der Wohnung vorhandenen Wände plan spachteln, erneut grundieren und höherwertige Farbe aufbringen. Aber vielleicht lasse ich dies so nach und nach machen. Ich bin langsam müde.“

     „Und die Heizungen?“

     „Wir haben überall die alte Farbe abgekratzt und ganz neu gestrichen. Die Türen und Türrahmen ma-chen mir gravierende Probleme, weil sie sich nicht rich-tig schließen lassen. Sie passen einfach nicht. Norma-lerweise müssten alle Türen erneuert werden. Aber die bisherige Renovierung mitsamt Umzug und Erneue-rung von Möbeln hat inzwischen an die fünfzehntau-send Euro verschlungen. Das müssen wir erst einmal wieder reinwirtschaften.“

     „Du tust mir wirklich leid.“ Meine Kollegin meinte es tatsächlich ehrlich. Sie hatte mitbekommen, dass wir während der Sanierungsarbeiten, die kein Ende neh-men wollten, im März 2005 umgezogen waren und seit-her mehr oder weniger noch immer in einer Baustelle lebten.

     „Ich hätte diese Immobilie besser nicht kaufen sollen“, stellte ich resignierend fest.

 

6. Akt: Die Duckmäuschentaktik

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