Monique Lhoir ... Geschichten, Meer und noch mehr
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7. Akt: Die Abzocker

     „Ich glaube, die Römer spinnen.“ Ich reichte meinem Lebensgefährten eine Einladung zur außerordentlichen Eigentümerversammlung zum 21. September 2006 rü-ber.

     „Ich glaube, dass nicht die Römer, sondern eher die Engländer spinnen“, meinte er und grinste. „Die haben bis heute nicht verinnerlicht, dass die Kolonialherr-schaft inzwischen vorbei ist.“

     „Dachsanierung“, erklärte ich. „Ich bin eigentlich da-von ausgegangen, eine vernünftige Eigentumswohnung gekauft habe und keine Bauruine. Wieso muss ein Dach nach nicht einmal zwei Jahren plötzlich saniert wer-den? Da ist doch etwas faul.“

     „Da ist nicht nur etwas faul, sondern da steckt Ab-sicht dahinter“, meinte mein Partner. „Du hast bereits an der vergangenen Zeit erfahren, dass du absolut übers Ohr gehauen wurdest. Dieses Unternehmen ist ein Betrugsunternehmen. Die haben sanierungsbedürf-tigen Schrott für viel Geld verkauft und reparieren nun auf Kosten der anderen Eigentümer. Das ist deren Ge-schäftspolitik.“

     Uns war klar, dass es sich hier um einen versteckten Mangel handelte, den nicht die neuen Besitzer der Wohnungen zu vertreten hatten. Die Annington suchte eine einfache und für sie kostengünstige Lösung, ihre seit Jahren nicht getätigten Sanierungen auf die neuen Eigentümer abzudrücken. Eine ähnliche Nummer ver-suchten sie einige Jahre später noch einmal. Ich be-richte.

 

    „Grund der Versammlung“, las ich vor, „Dachsanie-rung“.

Tagesordnung:

1. Begrüßung und Vorstellung.

2. Allgemeine Information der Verwaltung.

In der Wohnung ...-Weg 11, 3. OG rechts, sowie im Treppenhaus ...-Weg 13, tritt im erheblichen Umfang Wasser durch das Dach. Leider haben erste Repara-turmaßnahmen nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Deshalb wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben. Die Gutachterin Karin H. empfiehlt umfangreiche Sanie-rungsmaßnahmen am Dach. Die voraussichtlichen Ko-sten liegen - je nach Ausführung - zwischen 37.000,00 und 62.000,00 € zuzüglich Architektenkosten. Bei diesen Kosten wird vorausgesetzt, dass die gesamte Dachfläche saniert wird.

3. Bericht der Architektin Karin H. zum Zustand des Daches sowie erforderliche Maßnahmen zur Besei-tigung der Mängel.

4. Beratung und Beschlussfassung zur Festlegung von Maßnahmen zur Beseitigung der Mängel am Dach.

5. Beratung und Beschlussfassung zur Beauftragung der Bauplanung/Bauleitung an das Architekturbüro.

6. Beratung und Beschlussfassung zur Finanzierung der Maßnahmen am Dach.

Die Finanzierung der Maßnahme ist nur durch Sonderzahlungen möglich. Die Instandsetzungs-Rücklage beträgt per 31.12.2006 rund 14.000,00 €. Je nach Ausführung würden rund 41,00 bis 69,00 € je Miteigentumsanteil anfallen. Daraus ergeben sich für die einzelnen Wohnungen folgende Belastungen: Miteigentumsanteile Kosten mindesten / höchstens

16,65          682,65 €/1.148,85 €

22,43          919,63 €/1.547,67 €

28,69          1.176,29 €/1.979,61 €

28,77          1.179,59€/1.985,13€

31,66          1.298,06 €/2.184,54 €

33,86          1.388,26 €/2.336,34 €

Diese Zahlen sind unverbindlich, weil die Kosten auf Grundlage einer Schätzung der Gutachterin ermittelt wurden. Die Kosten basieren auf eine Sanierung des gesamten Daches. Art und Umfang der Sanierung wer-den allerdings erst in der Versammlung festgelegt.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Hamburg, 04.09.2006

Deutsche Annington Service GmbH Büro Hamburg

i. A. Regina Remm            i. A. Wolfgang George

 

    „Wer ist eigentlich Vorstand der Deutschen Anning-ton?“, wollte mein Partner wissen.

     „Irgendein Dr. Volker Riebel“, sagte ich. „Er soll aus dem Ruhrgebiet stammen. Das wäre mir als Ruhrpott-lerin sympathisch, aber die Politik, die die Annington betreibt, ist mir außerordentlich unsympathisch. Schweinepriester sind das“, schimpfte ich weiter. „Er soll unter anderem die Verkäufe des Annington-Be-standes vorantreiben, wird aber nicht immer mit lega-len Mitteln gehandhabt.“

     Auch fiel mir zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal Frau Regina Remm unangenehm auf, mit der ich es einige Jahre später noch einmal in besonderer Form zu tun bekam. Ich werde berichten.

     Da dieser Termin genau in unserer Urlaubszeit lag, nahm ich daran nicht teil und hoffte, informiert zu werden.

 

Fortsetzung folgt...

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