Monique Lhoir ... Geschichten, Meer und noch mehr
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9. Akt: Der Schimmel

Winter 2007 / 2008

 

Nach Dr. Volker Riebel wurde Georg Kulenkampff Vorstandsvorsitzender der Deutschen Annington. Der hielt es aber nur bis März 2007 aus. Wohl hat er getan. Ab Mai 2007 kam Wijnand Donkers, den man offenbar nach einem Streit im September 2012 nahe legte zu gehen. Ich möchte nicht wissen, was hinter den Kulissen des Konzerns so alles ausgeheckt wurde.

Ich fühlte mich in der Wohnung meines Partner den Winter und auch den folgenden Sommer und Herbst über sehr wohl. Ich wollte von der Annington nichts mehr hören. Doch im Januar 2008 rief mich mein Sohn völlig aufgelöst an: „Was ist das denn für eine Scheiß-bude?“, machte er mich an. „Alles voll Schimmel.“ Ich konnte durchs Telefon förmlich sehen, dass er den Trä-nen nahe war.

„Was ist denn genau los?“, fragte ich ruhig.

„Im Wohnzimmer und im Schlafzimmer sind die Außenwände völlig verschimmelt. Die Betten sind ange-griffen, die Rückwand meines Barschrankes ist voller Schimmel und die neue Recamiere ebenfalls. Das bekom-me ich nie wieder sauber. Ich kann alles wegwerfen.“ Er schrie förmlich ins Telefon.

„Wir kommen morgen vorbei und schauen uns das mal an“, erklärte ich. „Wir werden eine Lösung finden.“ Ich bekam gleich wieder Herzbeklemmungen und Magen-schmerzen – schon allein, wenn ich den Namen Anning-ton hörte.

Ich erklärte kurz meinem Partner, was passiert war. „Wir fahren morgen nach Geesthacht und gucken uns die Bescherung an“, sagte ich bedrückt. Mein Sohn tat mir leid, zumal ich ihm diese Schrottbude aus Eigennutz überlassen hatte und regelrecht nach Hamburg zu mei-nem Partner geflüchtet war, weil diese sogenannte Woh-nung nicht auszuhalten war. Jetzt auch noch Schimmel.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Feierabend zu meinem Sohn. In der Wohnung sah es chaotisch aus, zu-mal er alles von den Wänden weggerückt hatte. Er zeigte uns das Dilemma. Das Holzgestell des Bettes war vom Schimmel angegriffen, die Rückwand des Barschrankes ebenfalls. Wahrscheinlich konnte das gereinigt werden. Aber die Recamiere konnte er wohl wegwerfen. Wir hat-ten sie ihm zum Einzug geschenkt. Sie war sehr teuer gewesen. Auch quoll das Laminat an den Außenwänden auf. Es würde wohl komplett entfernt werden müssen. Entsetzlich. Mein Sohn hatte es vor knapp einem Jahr erst verlegt.

„Was soll ich jetzt tun?“, fragte mich mein Sohn. Er blickte ziemlich verzweifelt drein und wir sahen ihm an, dass er mit seinen dreiundzwanzig Jahren mit diesem gravierenden Problem völlig überfordert war.

„Ich habe keine Ahnung, wie man mit diesem Schim-mel umgeht. Ruf am besten deinen Vater an“, erwiderte ich. „Er ist nicht nur Malermeister, sondern kennt sich auch mit Annington-Schimmel im Ruhrgebiet aus. Der norddeutsche Annington-Schimmel wird nicht anders sein.“ Ich stöhnte. Inzwischen hatte ich mich per Internet über diesen Abzocker-Konzern Annington schlau ge-macht und festgestellt, dass sie ihren gesamten Woh-nungsbestand, den dieser Herr Riebel so sehr hervor-gehoben hatte, nicht sanierten und die Mieter unter extremen Schimmelbefall und sonstigen Deck litten. Ich glaube, wenn wir den Annington-Schimmel auf einen Haufen legen würden, müsste wohl eine mittlere Klein-stadt evakuiert werden.

Zum Glück konnte „unser“ Malermeister aufgrund der Winterzeit kurzfristig Urlaub einschieben und besuchte seinen Sohn. Gemeinsam reinigten sie fachmännisch die Wände, isolierten sie mit einer Spezialfarbe gegen Schimmel und renovierten sämtlich Zimmer, obwohl die-se bereits vor dem Verkauf im Winter 2004 mit einem Super-„Verkaufanstrich“, im Jahre 2005 von mir renoviert wurden, dann erneut Anfang 2007 von meinem Sohn und nun schon wieder eine Komplettreno-vierung Anfang 2008. Normal war diese Tatsache nicht und ich fragte mich insgeheim, wie das wohl weitergehen würde.

Wahrscheinlich fragen Sie sich das auch. Ich kann Ihnen versichern, dass das Annington-Elend kein Ende nahm und alles noch viel schlimmer kam, als man es sich in den kühnsten Träumen vorstellen konnte. Bleiben Sie dran, ich werde berichten.

 

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