Monique Lhoir ... Geschichten, Meer und noch mehr
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Work-Life-Balance

Burnout

 

"Unsere Gesellschaft wird schnelllebiger, der Leistungsdruck steigt, die Angst, etwas zu verpassen, auch. Schneller, besser, stärker: Vieles dreht sich um Leistungen. Nicht nur im Beruf, auch in der Freizeit. Das gilt vor allem für die westliche Welt. Im Fernen Osten kommen die Menschen besser klar. Sie lernen, inne zu halten, leben achtsamer und konzentrieren sich auf das Hier und Jetzt. Das gibt Ruhe und Kraft."
Oberarzt Dr. Marc-Andreas Edel von der LWL Universitätsklinik in Bochum

"Ich habe jeden Tag gesagt, ich muss ins Horrorhaus"
Vollständiger Artikel im Hamburger Abendblatt 24./25. September 2011

Ein Betroffener berichtet:
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"Als ich vor 30 Jahren bei der Firma anfing, gab es noch Karteikarten und Schreibmaschinen", sagt er. "Mit der Einführung des PC nahm der Druck zu. Und bei der Umstellung auf jedes neue Betriebssystem wurde uns erzählt, dass wir dadurch viel Zeit einsparen werden." Die Realität sah anders aus.
Gleichzeitig wurde den Mitarbeitern mehr Arbeit zugemutet. "Wir sollten immer mehr Fälle in kürzerer Zeit bearbeiten." Entscheidend für seine Depression sei gewesen, dass er den Anspruch hatte, alles zu schaffen.
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Irgendwann hatte er das Gefühl, "dass da ein Zug an mir vorbeifährt, der immer schneller wird und auf den ich nicht mehr drauf springen kann." Er wachte um 4 Uhr auf, ging die Aufgaben nachdenklich durch und konnte nicht mehr einschlafen.
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"Ich habe jeden Tag gesagt, ich muss in das 'house of horror'. Und irgendwann überlegte er, dass es vielleicht besser wäre, wenn er auf dem Weg ins Büro mit dem Fahrrad bei den brenzligen Situationen mit den Autofahrern mal auf sein Recht auf Vorfahrt bestehen sollte. "Dann hätte ich mir vielleicht etwas gebrochen, wäre im Krankenhaus gelandet."
Er war soweit, sein Leben zu riskieren, um nicht in die Firma zu müssen.

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(Artikel von Jan Haarmeyer)

 

Als ich den Artikel las, fühlte ich mich direkt angesprochen. Das hätte auch ich vor ein paar Jahren sein können. Auch uns hatte man bei der Umstellung auf ein neues ERP-System versprochen, wir würden dadurch viel Zeit sparen. Die Realität sieht anders aus. Auch 1 1/2 Jahren nach der Einführung ist von einer Zeitersparnis nichts zu spüren. Habe ich früher für eine einfache Buchung 5 Sekunden benötigt, so dauert manch eine Buchung inzwischen 15 Minuten, 3 Stunden, 3 Wochen, 3 Monate - aufgrund von fehlerhaften Eingaben des Vorgängers, von eingeschränkten Zugriffen, eingeführten ICQ-Regeln oder was sich ein Unternehmen sonst noch alles bei einem integrierten System einfallen lässt. Aber es wird alles besser - wahrscheinlich für die Software-Häuser, die diese Versprechungen den Unternehmenleitungen machen.

Ich selbst merkte, dass ich in einen Sog geriet, der für Seele und Körper irgendwie nicht normal war. Ich begann Personalwirtschaft zu studieren und hing ein Studium Personal- and Business-Coach an. Das hatte nicht nur den Vorteil, dass ich mich weiterbildeteten, sondern dadurch in vielen Bereichen Einblicke erhielt, die mich weit über das teure und vielgelobte ERP-System stellte.
Nicht selten höre ich von den Mitarbeitern, wenn ich mich über einen "Vor"-Fehler beschwere: "Das kann das System nicht" oder "dazu fehlen mir die Rechte". Früher hatten sich diese Mitarbeiter Gedanken darüber gemacht, wie sie ihren Fehler bereinigen konnten, heute haben Unternehmen diese selbstdenkenden und eigenverantwortlichen Mitarbeiter entmachtet, aber auch die Mitarbeiter haben das Denken eingestellt, resignieren, sind frustriert und lassen das System machen. Und wenn es nicht funktioniert, dann ist es das System. Viel Spaß bei der Arbeit kann man bei dieser Denkungsweise wirklich nicht mehr erwarten.
Die Unternehmen sollten sich überlegen, ob sie vielleicht nicht doch wieder eigenverantwortliche, selbstdenkende Mitarbeiter beschäftigen sollten, statt ein teures ERP-System denken zu lassen. Ein ERP-System ist ein "Arbeitsmittel", wie der Pinsel bei einem Maler, und sollte die Mitarbeiter bei ihrer Arbeit unterstützen, nicht ersetzen.

 

Mein Tipp:
Lachen Sie das teure ERP-System, wenn es nicht funktioniert, einfach aus, sagen Sie ihm, wie blöd es ist, drücken Sie den "Aus-Knopf", nehmen Sie sich einen Block und einen Bleistift, fahren irgendwohin, zum Beispiel ans Meer, und schreiben Ihren Frust auf. Dazu benötigen sie kein ERP-System, sondern nur Ihre Gedanken und Ihre Gefühle. Und so ganz nebenbei können Sie Ihre Beine baumeln lassen und die Natur genießen.
Ach - und wenn dies jeder machen würde, wären die Büros bald leer und die Unternehmen können so ganz beruhigt die teuren ERP-Systeme arbeiten lassen - das spart Zeit und Geld.

 

Und so beschloss ich, dagegen etwas zu tun.

www.sinnvoll-coachen.de

 

Monique Lhoir



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