Monique Lhoir (Monika Pallasch) Autorin in Tespe-Bütlingen ... Geschichten, Meer und noch mehr
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Herr Bleifuß vom Metzensee

Herrn Bleifuß vom Metzensee kennt man nicht. Er ist so schnell, sodass das normale Auge ihn nicht sehen kann. Nur sein Auto. Aber das auch nur kurz – wusch – und schon ist es wieder weg. Aber er hat ein tolles Auto – einen Audi A3. Und er ist Schalke-Fan. Das sagt zwar gar nichts aus – aber einem Dortmunder-Fan ziemlich viel. Vielleicht ist Herr Bleifuß auch deshalb immer so schnell, weil Schalke sonst vom Abstieg bedroht ist und sich nun sputen muss.

Herr Bleifuß muss sehr reich sein, denn er brettert über einen besser ausgebauten Feld-weg, als wenn der Teufel hinter ihm her wäre. Und das täglich – einmal hin und ein-mal zurück. Somit benötigt Herr Bleifuß ständig neue Stoßdämpfer, Radlager, Auf-hängungen, Domlager und so weiter. Das kostet und Herr Bleifuß wird viel Zeit in der Werkstatt verbringen.

Herr Bleifuß muss ein wichtiger Mann sein – oder eine Frau? –, weil er es immer eilig hat. Wahrscheinlich hetzt er von Termin zu Termin, ist hier und dort und da und dahinten – und wusch – schon wieder ganz woanders. Wenn er an unserem Haus vorbeibrettert, beginnt das Gebäude vor Hochachtung zu vibrieren. Ja – so wichtig ist Herr Bleifuß.

Herr Bleifuß muss über tolle Reaktionsfähigkeiten verfügen, denn der besser ausgebaute Feldweg lässt gerade mal ein Auto zu. Gehen Kinder, Spaziergänger oder Anwohner mit Hund gassi, müsste er blitzschnell auf einen matschigen Randstreifen ausweichen. Aber das macht Herr Bleifuß nicht. Kinder, Spaziergänger, Anwohner, Hunde und Katzen müssen blitzartig in die Bresche, besser gesagt, in den matschigen Rand-streifen springen. Einen Fußgängerweg gibt es nicht, obwohl es Wohngebiet ist. Aber das trainiert Katze, Hund und Mensch - und wir bleiben alle fit.

Nun müssen wir Herrn Bleifuß mal verteidigen. Ein Bleifuß ist sehr schwer. Und da Herr Bleifuß wegen seiner Wichtigkeit kaum Möglichkeit hat, seine Waden- und Oberschenkelmuskulatur zu trainieren, kann er seinen Fuß nicht mehr vom Gaspedal nehmen. Dazu müsste er einen be-sonderen Hebekran für Bleifüße in sein Auto einbauen lassen.

Weil Herr Bleifuß so wichtig ist, gilt er auch als Vorbild für die Müllabfuhr und Paketlieferanten. Solange die Mülltonnen geleert und Pakete verteilt werden, geht es langsam voran, aber wehe dem, wenn sie am Ende der Straße angekommen sind und zurückfahren. Dann brettern sie ebenfalls, als wenn der Teufel hinter ihnen her wäre, über den besser ausgebauten Feldweg. Und wieder beginnen die Häuser vor lauter Hochachtung zu vibrieren und die gerade geleerten Mülltonnen fallen in Ohnmacht.

Leider bin ich bislang noch nicht bis zum Ende unserer Straße (besser, ausgebauten Feldweg) gekommen. Vor-dringlich interessiert mich, wo der Teufel wohnt, vor dem Herr Bleifuß, die Müllabfuhr und die Paketzusteller so viel Angst haben und blitzartig die Flucht ergreifen. Für der Beseitigung des angsteinflößenden Teufels ist doch sicherlich die Samtgemeinde Elbmarsch zuständig.

Armer Herr Bleifuß, dass die Samtgemeinde Elbmarsch noch nicht eingeschritten ist und er ständig Angst vor dem Teufel haben muss.

Nächster Termin von WIR - Kunst und Kultur in der Elbmarsch e.V. am

10. November 2019

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