Monique Lhoir ... Geschichten, Meer und noch mehr
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Münch's hausen in Geesthacht, denn Till's Eulen spiegeln verkehrt

06.06.2016

     „Hallo, nutzen Sie eigentlich die richtige Garage?“ Diese Email kam von unserer Vonovia-Eigentümerver-walterin um zwanzig vor drei am Montagnachmittag. Ich stutzte. Was war das denn für ein Quatsch? Ich hatte diese Garage vor elf Jahren von der Annington gekauft, dafür einen Schlüssel erhalten, also nutzte ich auch die richtige Garage. Welche sollte ich wohl sonst nutzen? Als Anlage war eine Teilungserklärung beige-fügt.

     „Sag mal“, wandte ich mich an meinem Mann, der es sich gerade gemütlich gemacht hatte und sein Kreuz-worträtsel löste, „welche Garagen-Nummer haben wir?“

     „Nummer Neun“, brummte er geistesabwesend. „Weißt du doch.“

     „Hm“, ich drehte die Teilungserklärung hin und her. „Nach diesem Plan befindet sich unsere Garage ganz am Anfang des Garagenblocks, nicht so weit hinten“, murmelte ich.

     „Was hast du denn da für einen Plan?“, fragte mein Mann.

     Ich erklärte ihm, dass ich gerade angeschrieben wor-den sei, aber wenn ich mir den Lageplan ansehe, sich unsere Garage gar nicht da befand, wo sie sein sollte. „Zieh dir mal die Schuhe an“, forderte ich ihn auf.

     „Warum?“

     „Wir gehen jetzt zu den Garagen und gucken nach, welche Garagennummer wir haben.“

     „Spinnst du?“, fragte er zurück. „Wir haben Garagen-nummer Neun. Die haben wir seit Jahren und sie ist ge-nauso beschriftet.“

     „Dann stimmt dieser Plan nicht.“

     „Welcher Plan?“

     „Der Plan, der mir gerade zugeschickt wurde. Also zieh dir die Schuhe an, wir gehen jetzt nachgucken, wie die Garagen nummeriert sind.“ Wir marschierten los. 

     Tatsächlich. Die Garagen waren genauso numme-riert, wie sie seit vielen Jahren nummeriert waren und wir besaßen die Garage Nummer Neun. Doch wenn ich mir den Teilungsplan ansah, besäßen wir Garage Num-mer Vier. „Völlig idiotisch.“ Ich schüttelte verständnis-los den Kopf. „Hier muss irgendein Anningtoner Scherzkeks am Werk gewesen sein.“ Wir gingen wieder zurück.

     „Was hast du vor?“, fragte mein Mann.

     „Verträge durchwälzen“, sagte ich lakonisch. „Man hat ja sonst nichts zu tun. Da scheint etwas ziemlich falsch gelaufen zu sein.“ So holte ich die alten Unterla-gen mit den Kaufverträgen hervor. Tatsächlich, wir hat-ten Garage Nummer Neun gekauft. Genau das stand im Notarvertrag. Als Anlage war ein ziemlich dickes Ver-tragswerk angehangen, dem ein Lageplan der Garagen beigefügt, die aber nicht durchnummeriert waren. Er war Bestandteil des Kaufvertrages. Allerdings fand ich zwischen den nachfolgenden Unterlagen genau den Plan, den ich vorhin per Mail zugeschickt bekommen hatte. Danach hätten wir zwar Garage Nummer Neun gekauft, aber diese Garage war – wie wir vorhin fest-gestellt hatten – mit der Nummer Vier beschriftet. 

     Ich beantwortete erst einmal die Mail: „Wir haben laut Vertrag die Garage Nummer Neun, genauso, wie sie vor Ort beschriftet ist, gekauft. Allerdings – wir wa-ren gerade gucken – stimmt die Nummerierung sämt-licher Garagen nicht mit dem Teilungsplan überein. Er ist genau spiegelverkehrt. Ausgehend von der Straße beginnt die Nummerierung auf der linken Seite mit der Nummer Eins und endet hinten mit der Nummer Zwölf. Auf der rechten Seite beginnt die Nummerierung mit der Nummer Dreizehn und endet hinten mit der Nummer Vierundzwanzig, also genau spiegelverkehrt wie auf Ihrem Plan eingezeichnet. Alle Garagen sind so nummeriert, wie im Kaufvertrag angegeben und nicht wie im Teilungsplan. Wir besitzen den Schlüssel für Garage Nummer Neun und nicht für Garage Nummer Vier. Vielleicht war der Einzeichner der Nummern betrunken? Oder er hat schlichtweg den Plan falsch herum gelegt? Kann ja sein, dass er gar nicht weiß, wo vorn und hinten ist oder hat sich gedacht: „Ist sowieso alles egal.“ Wer hat uns hier einen Schildbürgerstreich gespielt? Vielleicht heiß der Annington-Mitarbeiter auch Till Eule und wollte seinem Namen alle Ehre machen?“

 

Fortsetzung

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