Monique Lhoir ... Geschichten, Meer und noch mehr
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Münch's hausen in Geesthacht, denn Till's Eulen spiegeln verkehrt

2. Zugabe: Garagen

      Wir rätselten über die soeben erfahrene Kuriosität immer noch herum, als ich bereits eine Antwort von unserer Vonovia-Eigentümervertreterin erhielt: „Shit. Es wurden weitere Garagen verkauft. Nun ist dieser Fehler der Verkaufsabteilung aufgefallen. Herr … aus Haus Nummer Fünfzehn hat am Mittwoch einen Vor orttermin mit dem Makler an den Garagen. Vielleicht können Sie dran teilnehmen?“

     Ich mailte zurück: „Was für ein Makler und wann soll der Termin sein?“, und bekam als Antwort: „Kann ich leider nicht sagen, ich wurde nicht eingeladen.“

     „Unsere Verwalterin hat keine Ahnung, wann dieser Termin sein soll“, erklärte ich meinem Mann. „Was ha-ben wir mit einem Makler zu tun? Ich will weder ver-kaufen noch kaufen“, sagte ich verständnislos. „Außer-dem hat uns niemand angesprochen.“ Ich überlegte weiter. „Geh mal zu unserem Nachbarn rüber und frage ihn, was das Ganze soll sowie wann und warum dieser Termin überhaupt stattfindet. Er scheint offenbar mehr zu wissen als wir.“

     Wieder zog sich mein Mann die Schuhe an und mar-schierte hinüber. Nach einiger Zeit kam er zurück. „Er sagt, wir hätten ebenfalls einen Zettel bekommen“, meinte er. „Der Makler hat an jede Garage einen Zettel geheftet. Unseren Zettel hätte der Nachbar auf dem Ga-ragenvorplatz gefunden. Der war wohl abgegangen. Er hat ihn gefaltet und zwischen Garagentür und Mauer gequetscht, damit er nicht wieder wegfliegt.“

     „Gehen wir also noch mal zu den Garagen und schauen nach“, erklärte ich und stöhnte theatralisch. „Wann soll der Termin sein?“.

     „Am Mittwoch um siebzehn Uhr“, sagte mein Mann.

     „Da muss ich einen Kurs abhalten“, erwiderte ich. „Das ist kaum zu schaffen. Was soll ich bei dem Makler-termin?“

     Mein Mann marschierte allein zur Garage und kam mit einem Zettel wieder. „Der steckte tatsächlich zwi-schen Garagentor und Mauer“, sagte er.

     „Zeig mal.“ Ich las laut vor: „Guten Tag, hinsichtlich Ihrer Garage sind wir von der Vonovia – Ihrem Vermie-ter gebeten worden uns mit Ihnen in Verbindung zu setzen. Wir müssen unbedingt über die Nutzung Ihrer Garage reden. Zu diesem Zweck sollen Sie auch den notariellen Kaufvertrag zur Hand nehmen. Bitte rufen Sie uns in den nächsten Tagen unbedingt an. Es ist wichtig und dringend – Vielen Dank.“

 

     Ich reichte meinem Mann den Zettel rüber. „Was soll dieser Unfug?“, fragte ich. „Was habe ich mit diesem Makler zu tun? Wenn die Annington/Vonovia auf ihren Zeichnungen irgendwelche Verdrehungen vorgenom-men hat, muss sie diesen Blödsinn wieder in Ordnung bringen und nicht irgendein Makler, der dubiose Zettel an Garagen klebt, statt uns persönliche anzu-schreiben. Zumal er auch noch meint, ich soll mich mit meinem Vermieter in Verbindung setzen. Mir gehört die Garage. Das klingt alles ziemlich kriminell, wenn er nicht einmal weiß, wem die Garagen gehören. Somit kann er gar nicht beauftragt worden sein, sonst hätte er zumindest eine Mieter- beziehungsweise Eigentümer-liste, um direkt die Leute anzusprechen.“

     „Und das Blatt Papier ist nicht einmal unterschrie-ben“, meinte mein Mann, der in solchen Dingen sehr penibel ist.

     Ich schrieb an unsere Verwalterin zurück: „Genial. Herr … sagte, dass die Nummerierung der Garagen, wie sie jetzt ist, bereits vor sechzehn Jahren genauso be-stand und sich nichts geändert hat. Folglich ist es nur möglich, dass irgendein Scherzkeks von der Annington kurz vor dem Verkauf ganz schnell die Nummerierung eingetragen hat, allerdings spiegelverkehrt. Zusätzlich hat das Geesthachter Bauamt diese Eintragungen per Stempel am 29.06.2004 genehmigt. Unglaublich. Der Termin ist am Mittwoch um 17:00 Uhr. Wir versuchen, rechtzeitig aus Hamburg zurück zu sein.“

     Ich unterhielt mich noch eine Weile mit meinem Mann über dieses Durcheinander. „Wie will die Vono-via das wieder in Ordnung bekommen?“, fragte ich. „Erstens scheinen alle fünf Besitzer der gekauften Garagen nicht ihre Garage, sondern eine der Vonovia zu nutzen, zweitens muss die Vonovia unsere Garagen vermietet haben und drittens scheinen alle Mietverträ-ge der restlichen neunzehn Garagen falsch zu sein, also Garage dreizehn ist nicht Garage dreizehn, sondern Garage vierundzwanzig und so weiter.“

„Warte erst mal ab, welche Erklärung der Termin am Mittwoch erbringt“, erwiderte mein Mann.

 

Fortsetzung

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